Arbeitsrecht

Arbeitsrecht

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit als Rechtsanwältin liegt im Fachbereich Arbeitsrecht. Hier berate ich sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber in gerichtlichen und außergerichtlichen Belangen.

Themen im Arbeitsrecht beispielsweise

  • Kündigung
  • Abmahnung
  • Mobbing
  • Arbeitsvertrag
  • Abfindung
  • Leiharbeit
  • Insolvenz

Wünschen Sie Unterstützung in Sachen Arbeitsrecht, freue ich mich auf Ihren Anruf oder eine E-Mail.

Informationen zum Thema Arbeitsrecht erhalten Sie auch auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: Link.

Im folgenden finden Sie Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen, die häufig an mich getragen werden.

Angela Göring-Lensing-Hebben

Befristeter Arbeitsvertrag läuft aus

Mein befristeter Arbeitsvertrag läuft aus – Was kann ich tun?

Der befristete Arbeitsvertrag läuft normalerweise einfach aus- eine Kündigung ist nicht erforderlich.
Ihr befristeter Arbeitsvertrag wird in Kürze ablaufen, aber sie wollen möglichst Ihren derzeitigen Betrieb nicht verlassen?
Der Arbeitgeber muss einige Hürden beachten, um einen wirksamen befristeten Arbeitsvertrag zu vereinbaren. Die Befristung ist nur unter ganz bestimmten, strengen Voraussetzungen möglich. Wenn diese nicht eingehalten werden, besteht ein unbefristeter Vertrag mit der Folge, dass das Beschäftigungsverhältnis eben nicht mit Zeitablauf endet.

Hier ist eine sogenannte Entfristungsklage beim Arbeitsgericht zu erheben. Auch hier sind Fristen zu beachten! Die Entfristungsklage muss innerhalb von 3 Wochen nach dem vereinbarten Ende des Beschäftigungsverhältnisses bei Gericht eingehen. Danach gilt die Befristung des Arbeitsvertrages als wirksam.

Angela Göring-Lensing-Hebben

Abmahnung vom Arbeitgeber erhalten

Ich habe von meinem Arbeitgeber eine Abmahnung erhalten – Was muss ich tun?

Eine Abmahnung ist die Vorbereitung für eine spätere Kündigung. Eine Abmahnung muss formell richtig verfasst sein, sonst könnte sie unwirksam sein. Eine spätere Kündigung könnte dann nicht auf diese Abmahnung gestützt werden.
Vielfach werden diese Formalien nicht eingehalten. Eine Überprüfung lohnt sich daher.

Auf eine Abmahnung kann man verschieden reagieren
1. Gegendarstellung verfassen und die Aufnahme in die Personalakte fordern
2. Gegendarstellung verfassen und Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte fordern
3. Entfernung aus der Personalakte einklagen

Dass der gerichtliche Weg zur Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte einem weiteren gedeihlichen Beschäftigungsverhältnis nicht gerade zuträglich ist, versteht sich von selbst.
Es ist daher immer gut abzuwägen, wie man am besten vorgeht.

Angela Göring-Lensing-Hebben

Kündigung vom Arbeitgeber erhalten

Ich habe eine Kündigung vom Arbeitgeber erhalten – was muss ich beachten?

1. Fristen beachten!!!
Nach Zugang einer Kündigung müssen Sie dringend die Frist zur Erhebung einer Klage beim Arbeitsgericht beachten. Diese beträgt 3 Wochen seit Zugang der Kündigung.
Sofern die Frist versäumt wird, ohne dass es dafür einen nachvollziehbaren, entschuldigenden Grund gibt, gilt jede Kündigung als wirksam, auch wenn sie eigentlich unwirksam war. Es ist daher immer Eile geboten, wenn eine Kündigung ins Haus flattert.
Sollten Sie die Frist versäumt haben, so rufen Sie mich trotzdem an und schildern mir den Sachverhalt. Gegebenenfalls können Sie die Wiedereinsetzung bei Gericht beantragen, so dass Sie doch noch gegen die Kündigung vorgehen können.

2. Lohnt sich überhaupt eine Klage?
In den meisten Fällen: Ja!
Selbst wenn Sie eigentlich gar nicht mehr dort bleiben wollen, weil das Arbeitsverhältnis Schaden genommen hat, so ist oftmals der Hauptgrund einer arbeitsrechtlichen Kündigungsschutzklage, eine Abfindung vom Arbeitgeber zu erhalten.

a) Verhaltensbedingte Kündigung
Wenn Sie eine verhaltensbedingte Kündigung erhalten haben, so sollte auf jeden Fall dagegen vorgegangen werden. Denn Folge einer verhaltensbedingten Kündigung ist stets die Verhängung einer Sperrzeit durch das Arbeitsamt. Sie würden also keinerlei Arbeitslosengeld erhalten und sind in dieser Zeit auch nicht krankenversichert! D.h. Sie müssten sich selber krankenversichern und die Beiträge selbst zahlen zu einer Zeit, in der Sie sich dies ganz und gar nicht leisten können.

Selbst wenn der Vorwurf des Arbeitgebers zutrifft und die verhaltensbedingte Kündigung vielleicht sogar wirksam sein könnte, lohnt sich das Vorgehen gegen die Kündigung. Selbst wenn man erreicht, dass aus der verhaltensbedingten Kündigung eine betriebsbedingte Kündigung wird, so ist Ihnen schon geholfen. Sie erhalten nämlich keine Sperrzeit, beziehen damit Arbeitslosengeld und sind soziaversichert.

Auch wenn der Vorwurf zutrifft, muss im übrigen die Kündigung nicht unbedingt wirksam sein. In den meisten Fällen ist eine vorherige Abmahnung erforderlich. Ist die nicht erfolgt oder nicht wirksam erfolgt, ist die Kündigung bereits unwirksam. Nur in krassen Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber verhaltensbedingt kündigen, ohne vorher abzumahnen.

b) Fristlose Kündigung
Wenn Sie eine fristlose Kündigung erhalten haben, gilt ebenfalls Vorstehendes. In den meisten Fällen sollte Klage erhoben werden. Die fristlose Kündigung ist insbesondere auch an einige Formerfordernissen gebunden. Ist diese Form nicht eingehalten, so ist die Kündigung unwirksam. Es lohnt sich auf jeden Fall, dies anwaltlich überprüfen zu lassen.

Bitte denken Sie auch an Ihren Lebenslauf. Diesem steht auf der Stirn geschrieben, dass eine fristlose Kündigung erfolgt ist, wenn das Beschäftigungsverhältnis zu einem merkwürdigen Datum mitten im Monat beendet worden ist.

c) Betriebsbedingte Kündigung
Auch eine betriebsbedingte Kündigung ist an allerlei Wirksamkeitsvoraussetzungen geknüpft, und damit auch häufig anfechtbar im Kündigungsschutzprozess.

3. Kosten einer Klage
Diese richten sich nach dem 3-fachen Monatsbruttogehalt.
Beispiel:
Monatsbruttogehalt von 2.000 €, Streitwert 6.000 €
Rechtsanwaltsgebühren etwa 1.030 € zzgl. Auslagen
Gerichtsgebühren 272,00 €

Bei Abschluss eines Vergleiches erhöhen sich die Anwaltsgebühren, dafür entfallen die Gerichtsgebühren.
In jedem Fall hat jede Partei ihre eigenen Kosten (insb. Anwaltsgebühren) selber zu tragen, und zwar unabhängig davon, ob man den Rechtsstreit gewinnt oder verliert.

Einen Kostenrechner finden Sie auf
http://www.arbg-muenster.nrw.de/service/kosten/rechner1/index.php

Rechtsschutzversicherung
Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten haben, so trägt diese auch in aller Regel die Kosten. Die Deckungsanfrage stelle ich gerne für Sie.

Prozesskostenhilfe
Bei niedrigerem Einkommen könnte Ihnen Prozesskostenhilfe zustehen. Die Staatskasse übernimmt in einem solchen Fall die Ihnen entstandenen Kosten. Das Formular müssten Sie ausgefüllt und unterzeichnet mir überreichen, damit ich es sodann an das Gericht weiterleiten kann. Das Formular finden Sie hier: http://www.justiz.nrw.de/BS/formulare/prozesskostenhilfe/erkl_zp1a.pdf
Bei Fragen zum Formular bin ich Ihnen gerne behilflich.

Angela Göring-Lensing-Hebben